Vorwort im ProHof-Magazin

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

 

die Hospitalstiftung Hof feiert in diesem Jahr 750jähriges Jubiläum. Damit ist sie die älteste noch existierende Stiftung im Regierungsbezirk Oberfranken und eine der ältesten Stiftungen in Bayern bzw. Deutschland.

Die Hospitalstiftung Hof war in diesem Zeitraum vielen Veränderungen unterworfen: Kriege, Seuchen, die Reformation, Veränderungen in der Staatsform und der öffentlichen Verwaltung. Aus kleinen Anfängen – entstanden am Unteren Tor vor den früheren Stadtmauern – hat sie sich insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg – zu einer bedeutenden sozialen Institution der Stadt entwickelt.

Entstanden ist die Hospitalstiftung Hof als Stiftung der Bürgerschaft und nicht als Stiftung der Landesherrn oder der Kirche. Fromme Brüder, „fratres hospitales“ genannt, gründeten die Hospitalstiftung zu einer Zeit in der es noch keinen Sozialstaat mit Sozialgesetzgebung oder auch Wohlfahrtsverbände etc. gab. Die Hospitalstiftung war somit eine „soziale Bewegung“ oder eine „Bürgerinitiative“ zu einer Zeit, als es diese Begriffe noch gar nicht gab!

Dem Gründungsauftrag ist die Hospitalstiftung Hof auch heute noch verpflichtet und so betreibt sie zwei Seniorenhäuser (Altenpflegeheime), acht Seniorenwohnanlagen und drei Seniorentreffs – sowie seit Ende 2012 auch einen ambulanten Pflegedienst. Derzeit organisiert die Hospitalstiftung einen Anbau an das Seniorenhaus Christiansreuth, um eine spezielle Einrichtung für demenziell beeinträchtigte Menschen zu schaffen! Darüber hinaus ist sie seit einigen Jahren auch fördernd tätig, so z.B. durch die Förderung der Seniorenkreise und Altenclubs in Hof, der Bezuschussung der Stadtranderholung für Senioren, der ABS St. Lorenz und des Hofer Seniorenrates. Wir wollen mit ganzer Kraft daran arbeiten, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Hospitalstiftung fortzuentwickeln und neue Angebote für Seniorinnen und Senioren zu schaffen.

Seit 1818 wird die Hospitalstiftung als kommunale Stiftung von der Stadt Hof verwaltet und vertreten. Durch das jahrhundertelange Bestehen und Zusammenwirken mit der Stadt leistete die Hospitalstiftung Hof einen bedeutenden Beitrag zur Sozialgeschichte der Stadt Hof. Durch Einsatz des Grundbesitzes der Stiftung konnten nicht nur Einnahmen für die Stiftung erzielt werden, sondern die Stadt konnte mittels des Grundbesitzes der Hospitalstiftung eine aktive Bevölkerungs- und Wirtschaftspolitik durch die Erschließung von Bauplätzen und den Einsatz von Tauschgrundstücken für Gewerbe und Infrastruktur betreiben. So ermöglichte erst der Einsatz von Grundstücken der Hospitalstiftung die Anlage des Flughafens Hof-Plauen, den Bau der Fachhochschule sowie verschiedene Betriebsansiedlungen. Heute befinden sich noch immer viele Einrichtungen, wie z.B. die Anlage des Reitvereines sowie teilweise des Schulzentrums am Rosenbühl und das Krematorium auf stiftischen Grundstücken. Auch die Freiheitshalle und der Volksfestplatz sowie die Kaserne der Bundeswehr wurden auf früheren Grundstücken der Hospitalstiftung angelegt.

Ohne die Bereitschaft vieler Generationen in der Stadt, der Hospitalstiftung Hof finanzielle Hilfe zukommen zu lassen, würden ihre Einrichtungen heute den Seniorinnen und Senioren nicht zur Verfügung stehen.

Deutschland verzeichnet seit einigen Jahren einen „Stiftungsboom“. Auch im letzten Jahr sind über 638 neue rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland neu entstanden – die Stiftungen bürgerlichen Rechts haben im Verlauf des Jahres 2013 die Marke von 20.000 übersprungen! Insoweit sind heute Stiftungen keine überlebte Rechtsform, sondern topaktuell. Die Hospitalstiftung Hof hat sich in den letzten Jahren – gemeinsam mit anderen Stiftungen in der Stadt Hof – dafür eingesetzt, für den Stiftungsgedanken in der Stadt und der Region zu werben und mögliche Stiftungsinteressierte zu einer Stiftungsgründung zu bewegen. Hintergründe dieser Initiativen war einerseits die Absicht, in der Region erworbenes Vermögen auch für die Region zu erhalten und andererseits die Tatsache, dass viele gemeinnützige Initiativen und Organisationen in der Stadt und der Region dringend einer Unterstützung bedürfen. Dazu müssen Menschen zusammen gebracht und gemeinsam Lösungen erarbeitet werden.

Die Hospitalstiftung und die Stiftungsverwaltung der Stadt Hof sind auch zukünftig an Stifterinnen und Stifter interessiert, denn soziales und gemeinnütziges Engagement in der Stadt benötigen auch weiterhin vielfältige Unterstützung!

Die Stiftungsverwaltung der Stadt Hof hat sich im Jubiläumsjahr viel vorgenommen, um auf dieses bedeutsame Jubiläum hinzuweisen: Mit den drei Aktionen „Bier Hospital Spezial“ (gebraut von der Meinel-Bräu), dem Kunstwettbewerb „ZEITLOS“ (gemeinsam mit dem Kunstverein Hof) und einem „Forstlichen Weihnachtsmarkt im Hospitalinnenhof“ und vielen Veranstaltungen wollen wir für die Hospitalstiftung Hof und den Stiftungsgedanken werben:

Zwei Höhepunkte werden das Sommerfest der Hospitalstiftung und unseres Seniorenhauses Am Unter Tor am 21. Juni 2014 im Hospitalinnenhof sowie das Straßenfest des Seniorenhauses und unserer Seniorenwohnanlage am 12. Juli 2014 in der Christiansreuther Straße sein. Im Jubiläumsjahr feiert auch die Hospitalkirche ihr 750jähriges Bestehen. Viele Veranstaltungen werden deshalb auch gemeinsam organisiert. In diesem Zusammenhang freue ich mich besonders auch, dass der bayerische Landesbischof Johannes Bedford-Strohm am 22. Juni 2014, um 11.00 Uhr, anlässlich des Gemeindesfestes der Hospitalkirche im Hospitalinnenhof eine öffentliche Predigt halten wird.

In diesem Sinne möchte ich Sie von der Hospitalstiftung Hof grüßen und sie gleichzeitig zu all unseren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2014 recht herzlich einladen! Ich würde mich sehr freuen, auch Sie bei der einen oder anderen Gelegenheit bei der Hospitalstiftung Hof begrüßen zu dürfen.

Ihr

Siegfried Leupold

Stiftungsleiter

 

 

ProHof bei der Hospitalstiftung Hof

Stiftungsleiter Siegfried Leupold begrüßt die Mitglieder von ProHof im Namen der Hospitalstiftung Hof (rechts neben ihm Norbert Goßler, Autor und Refernt zur Geschichte "750 Jahres Hospitalstiftung Hof"). Autor und Heimatforscher Norbert Goßler hatte viele interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer bei seinem Vortrag "750 Jahre Hospitalstiftung Hof" im Mehrzweckraum des Seniorenhauses Am Unteren Tor. Autor Norbert Goßler referiert mittels historischer Bilder und Pläne zur Geschichte der Hospitalstiftung Hof. Stiftungsleiter Siegfried Leupold und Museumsleiterin Sandra Kastner informierten über die Geschichte des Anwesens Unteres Tor 5 (heute Museum Bayerisches Vogtland). Im Anschluss an das Referat von Norbert Goßler besuchen die ProHof-Mitglieder die Gebäude der Hospitalstiftung am Unteren Tor; hier des Beamten-Wohnhaus (Unteres Tor 7) mit Konventstube und Reinhart-Cabinett. Interessierte Besucher in der Konventstube des Hofer Hospitals. Pfarrer Johannes Taig erklärt die Entstehung und Geschichte der Hospitalkirche vor dem Epitaph "Teich von Bethesda". Heimleitung Sabine Dippold bedankte sich für den Besuch von ProHof im Seniorenhaus Am Unteren Tor. Nach einem Rundgang mit Erläuterung der Gebäude am Unteren Tor besuchten die Mitglieder von ProHof die 2014 neu gestaltete Cafeteria des Seniorenhauses Am Unteren Tor.

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