Die Stech-Fichte (Picea pungens, Syn.: Picea parryana Sargent), umgangssprachlich auch Blau-Fichte genannt, ist eine immergrüne Pflanzenart aus der Gattung der Fichten (Picea). Die Stech-Fichte ist der Staatsbaum der US-amerikanischen Bundesstaaten Colorado und Utah.

Die Stech-Fichte ist ein immergrüner Baum, der an optimalen Standorten Wuchshöhen von bis zu 37 Metern und einen Brusthöhendurchmesser von bis zu 1,4 Metern erreichen kann. Die kräftigen und steifen Zweige sind kahl und glänzend. Sie bilden bei Jungbäumen eine regelmäßige pyramidenförmige Krone. Bei Altbäumen sind die Zweige mehr hängend und bilden eine unregelmäßige und offene Krone.

Die derben Nadeln sind im Querschnitt viereckig und werden 2 bis 3 Zentimeter lang. Sie stehen rechtswinkelig vom Trieb ab. Sie besitzen einen scharf zugespitzten Apex, der den Namen Stech-Fichte erklärt. Die Nadelfarbe kann von Baum zu Baum variieren und schwankt zwischen gelbgrün über blaugrün bis silber. Sie weisen oft einen abwischbaren, blaugrünen Wachsbelag auf. Die in Mitteleuropa gepflanzten Exemplare sind meist Züchtungen, die als Zuchtmerkmal eine besonders intensive Grau- bis Blaufärbung der Benadelung aufweisen. Dies erklärt den umgangssprachlichen Namen „Blau-Fichte“. Auf jeder Seite befinden sich zwei bis vier Spaltöffnungsreihen. Der Geschmack der Nadeln ist scharf und bitter.

Die einhäusig-getrenntgeschlechtige (monözische) Stech-Fichte wird mit rund 30 Jahren mannbar. Die gelb gefärbten und meist etwas rot getönten männlichen Blütenzapfen werden im gesamten Kronenbereich gebildet. Sie stehen entweder in Gruppen von drei bis fünf am Grund oder einzeln an den Spitzen von einjährigen Trieben. Die hellrosa bis hellrot gefärbten weiblichen Blütenzapfen werden nur in der Oberkrone gebildet. Aus ihnen entwickeln sich die länglich bis zylindrisch geformten, samentragenden Zapfen die zwischen sechs und elf Zentimeter lang werden. Sie sind anfangs grün gefärbt und besitzen eine schwach rötliche Tönung. Zur Reife im August bis September färben sie sich strohfarben. Die rautenförmigen Zapfenschuppen sind leicht gewellt, dünn und zäh mit einem geraden oder ungleichmäßigen Rand. Die Spitzen der Zapfenschuppen sind abgeflacht. Die Samen sind geflügelt. Das Tausendkorngewicht von gereinigten und entflügelten Samen beträgt rund 4,2 Gramm.

Die Stech-Fichte ist ein Flachwurzler. Sämlinge wurzeln im 1. Jahr bis in eine Tiefe von rund 6 Zentimetern. Trotz des flachen Wurzelsystems ist die Art kaum anfällig gegenüber Windwurf.

Die graue und etwas rötlich getönte Stammborke ist bei Jungbäumen schuppig. Bei Altbäumen ist sie mit relativ glatten Rissen versehen. Die Rinde junger Zweige ist anfangs grünlich braun gefärbt und geht später in eine orangebraune bis graubraune Farbe über. Bei manchen Zuchtformen sind die jungen Zweige braun bis rotbraun gefärbt.

Das helle, leichte und feinfaserige Holz der Stech-Fichte hat Ähnlichkeit mit dem Holz anderer Fichtenarten. Es hat einen charakteristischen Geruch und ist anfällig gegen Holzfäule. Die Rohdichte bei einer Holzfeuchte von 0 % beträgt rund 0,35 g/cm³.

Aufgrund der starken Astigkeit und Abholzigkeit hat die Stech-Fichte keine nennenswerte forstwirtschaftliche Bedeutung. Die Stech-Fichte, insbesondere in Zuchtformen mit betont blauer Nadelfarbe, ist ein beliebter Zier- und Weihnachtsbaum. Sie steht nach der Nordmanntanne auf Platz zwei der beliebtesten Weihnachtsbäume. Gelegentlich wird sie als Windschutz angepflanzt.

 

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Michael Kießling
 
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